22 April 2016

"Du studierst Maschinenbau? Ernsthaft?!"


Ich studiere Maschinenbau. Großer Aufschrei. Als Frau Maschinenbau studieren? Ernsthaft? Seit wann gibt's denn sowas? Darf man das? Das machen aber nicht viele Frauen oder?

So ähnlich sehen in der Regel die ersten Reaktionen auf die Frage nach meinem Studium aus. Ganz ehrlich - ich verstehe das nicht. Wieso halten sich diese Vorurteile so hartnäckig? Was ist mit der Frauenquote? Alles bloß heiße Luft? Wieso sollte ich mich als Frau nicht für ein Ingenieur-Studium entscheiden?
Ich bin ein rational denkender Mensch, treffe Entscheidungen nie mit dem Bauch sondern grundsätzlich mit dem Kopf. Ich denke logisch, wiege alles ab, überlege gerne, löse Probleme, brauche die Herausforderung und Abwechslung. Das ist es, was mir gefällt. Ich war noch nie der Auswendiglerner. Verstehen. Darum geht es mir. Warum also nicht einen technischen Studiengang wählen?

Aber zurück zum Anfang. Schon seit jeher habe ich mich für die naturwissenschaftlichen Fächer interessiert. Mathematik und Chemie waren meine Favoriten. Mir gefiel einfach die Logik hinter diesen Fächern, welche auf jede Art von Problemstellung anwendbar ist. Stures Auswendiglernen hingegen machte für mich wenig bis kaum Sinn und das ist auch noch heute der Fall. Technik begeisterte und begeistert mich nach wie vor. Darum lag ein Ingenieur-Studium nahe.

Warum sollte mich nun die Tatsache, dass ich eine Frau bin, von dieser Entscheidung abhalten? Mir fallen beim besten Willen keine überzeugenden Argumente ein. Natürlich handelt es sich bei diesem Gebiet eher um eine Männer-Domäne. Aber warum eigentlich? Früher haben hauptsächlich die Männer das Geld nach Hause gebracht, die Familie ernährt und waren so auch häufig in technischen Berufen angestellt. Frauen waren für den Haushalt und die Kinder zuständig, der Mann für das Geldverdienen und alles Handwerkliche. Angeblich liegen Männern auch dreidimensionales Denken und mathematische Fächer besser. Deshalb wird die Ingenieur-Welt seit jeher eigentlich vom männlichen Geschlecht regiert. Häufig ziehen jungen Frauen ein Ingenieur-Studium einfach gar nicht in Betracht. Als Frau arbeitet man einfach nicht in so einem Beruf. Man wird schief angesehen, wenn man erzählt, man studiere Maschinenbau, E-Technik oder Informatik.
Langsam wandelt sich aber die Bild und ich finde das großartig. Unterstütze es. Natürlich sind Studiengänge in diesem Bereich anspruchsvoll. Man muss sich engagieren und voll darin aufgehen, sonst hat man keine Chance. Aber wenn das Interesse besteht, spricht nichts dagegen und wer sich reinhängt, hat auf jeden Fall eine Chance. Wer behauptet überhaupt, dass Frauen schlechtere Ingenieure seien? Ich halte sie für mindestens ebenso talentiert und kompetent. Und genau dieser Gedanke sollte in der Arbeitswelt verankert werden, denn häufig wird man als Frau einfach nicht ernst genommen, sondern belächelt. Fälschlicherweise.

Ich versuche mit gutem Beispiel voranzugehen und bereue meine Entscheidung in keinster Weise. Richtet euch nach euren Interessen und wählt einen Beruf aus, der euch Spaß macht. Lasst euch von niemanden beeinflussen, denn es ist eurer Leben!

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